Was versteht man unter „Refraktive Chirurgie“?

Unter dem Begriff „Refraktive Chirurgie“ versteht man die Gesamtheit der operativen Verfahren, welche die Korrektur von Fehlsichtigkeiten zum Ziel haben. Die refraktiv-chirurgischen Verfahren wurden in den letzten zwanzig Jahren ebenso wie die verwendeten Technologien, Instrumente und Implantate weiterentwickelt und perfektioniert, so dass sie heutzutage

  • bei korrekter Indikationsstellung
  • ausführlicher präoperativer Diagnostik
  • Wahl des individuell am besten geeigneten Verfahrens
  • Einsatz von state-of-the-art Geräten und Laser
  • sowie einer ausführlichen Aufklärung des Patienten

echte Alternativen zu Brille und Kontaktlinsen darstellen können.

Ziel der Refraktiven Chirurgie ist die Korrektur des (zuvor mittels Brille oder Kontaktlinsen korrigierten) Brechkraftfehlers des Auges durch einen operativen Eingriff an der Hornhaut oder Linse. Durch die Operation wird angestrebt, den Brechkraftfehler (die Fehlsichtigkeit) so zu korrigieren, dass Lichtstrahlen oder Bilder ohne zusätzliche optische Hilfsmittel scharf auf der Netzhaut abgebildet werden.

Die refraktiv-chirurgischen Verfahren bieten aktiven Menschen ein neues Lebensgefühl: Kein Rutschen oder Beschlagen der Brille, keine Einschränkung des Blickfeldes, keine tränenden Augen oder allergische Reaktionen durch das Tragen von Kontaktlinsen.

Dennoch
Wer mit Brille oder Kontaktlinsen perfekt sieht und gut damit zurecht kommt, hat keinen medizinischen Grund sich einer
Operation zu unterziehen. Die Brille ist von allen optischen Korrekturmitteln sicher die einfachste Lösung.

Die Kontaktlinse, insbesondere die harte Kontaktlinse, ist die optisch beste Korrektur einer Fehlsichtigkeit, auch wenn der Umgang mit ihr manchmal mühsam ist. Zudem ist eine sorgsame Hygiene wichtig, um Infektionen vorzubeugen, und über die Jahre kann es zu Unverträglichkeit durch Trockenheit oder Allergien kommen.

Die operative Korrektur der Fehlsichtigkeit hingegen ist nicht bei jedem möglich und wie jeder operative Eingriff mit speziellen Risiken verbunden.

Neben der individuellen Fehlsichtigkeit gibt es allgemeine Voraussetzungen, die ein Patient erfüllen muss, um das Gelingen der Operation zu gewährleisten:

  • Jede Fehlsichtigkeit sollte mindestens 12 – 18 Monate stabil sein.
  • Der Patient sollte mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Es sollten keine Augenkrankheiten (z.B. Grauer oder Grüner Star) vorliegen.
  • Allgemeinkrankheiten wie z.B. Rheuma können gegen eine Operation sprechen.
  • Medikamente, die Einfluss auf die Heilung der Hornhaut haben könnten, dürfen nicht eingenommen werden.
  • Von einer Behandlung während der Schwangerschaft / Stillzeit sollte abgesehen werden.
  • Bei Allergikern sollte die Operation in die allergiefreie Zeit gelegt werden.

Neben diesen Faktoren spielt selbstverständlich die Art der Fehlsichtigkeit sowie ihre Stärke eine bedeutende Rolle bei der Auswahl des refraktiv-chirurgischen Verfahrens. Die Korrektur der Fehlsichtigkeit bzw. des Brechtkraftfehlers des Auges kann durch Eingriffe an der Hornhaut und/oder der Augenlinse erfolgen.

Die folgende Übersicht gibt einen Anhalt darüber, wann welche Verfahren eingesetzt werden. 

Verfahren

Kurzsichtigkeit

Weitsichtigkeit

Hornhautverkrümmung

Eingriffe an der Hornhaut

Augenlaser

= Abtrag von Hornhautgewebe mit dem Excimer-Laser

LASIK
Femto-LASIK

bis -8 dpt.
(max. -10 dpt.)

bis +3 dpt.
(max. +4 dpt.)

bis 5 dpt.
(max. 6 dpt.)

LASEK
Epi-LASIK
PRK
bis -6 dpt.
(max. -8 dpt.)
(max. +3 dpt.) bis 5 dpt.
(max. 6 dpt.)

Implantate

= Einsetzen eines Kunststoffimplantats in die Hornhaut

Intrastromale corneale Ringsegmente (ICRS)

bis -3 dpt.

 –

Keratokonus

Inzisionen

= Gezielt platzierte Einschnitte in der Hornhautperipherie

Astigmatische Keratotomie (AK)

 –

 –

ab 3 dpt.

Intraokulare (Linsen-) Eingriffe

Phake Linsen

= Implantation einer zusätzlichen Linse

Hinterkammerlinse
(z.B. ICL)

ab -6 dpt.
(ab -3 dpt.)

ab +3 dpt.
(ab +2 dpt.)

möglich
(torisches Linsenmodell)

Vorderkammerlinse
(z.B. Artisan, Artiflex, Verisyse, Veriflex)

ab -6 dpt.
(ab -3 dpt.)

ab +3 dpt.
(ab +2 dpt.)

möglich
(torisches Linsenmodell)

Linsenaustausch

= Austausch der körpereigenen Linse gegen eine Kunstlinse

Refraktiver Linsenaustausch
(sphärische, torische u./o. multifokale Linse)

ab -6 dpt.;
auch in Verbindung mit Alterssichtigkeit

ab +4 dpt.;
auch in Verbindung mit Alterssichtigkeit

möglich;
auch in Verbindung mit Alterssichtigkeit

Die Wahl des Operateurs

Von den Fachkliniken des VSDAR in ganz Deutschland werden hohe Maßstäbe an die Beratung, Aufklärung und Behandlung der Patientinnen und Patienten gesetzt. Wenn Sie sich für ein Augenlaserzentrum im VSDAR-Verbund entscheiden, können Sie darauf vertrauen, dass

  • die Klinik über das Qualitätsgütesiegel LASIK-TÜV verfügt,
  • nur erprobte Operationsverfahren angewendet werden,
  • die Behandlung in einer ausgewiesenen Fachklinik erfolgt,
  • alle medizinischen Geräte state-of-the-art sind,
  • alle Ergebnisse im Rahmen eines umfassenden Qualitätsmanagements wissenschaftlich dokumentiert werden.

Eignungsuntersuchung

Haben Sie sich für die Operation und ein Augenlaserzentrum entschieden, können Sie einen Beratungs- oder Untersuchungstermin an einer unserer Fachkliniken vereinbaren. Bei dieser Eignungsuntersuchung wird zunächst nur festgestellt, ob Sie für ein Verfahren der Refraktiven Chirurgie geeignet sind.

Große Voruntersuchung und Beratung

Wenn eine operative Sehfehlerkorrektur für Sie infrage kommt, folgt eine mehrstündige, umfassende Voruntersuchung. Hierbei werden Ihre Augen sehr genau und gewissenhaft von Spezialisten untersucht und vermessen.

Es ist wichtig, dass die Oberfläche Ihrer Hornhaut sowohl für diese Untersuchungen als auch die Operation ihre ursprüngliche Form hat. Aus diesem Grund ist es erforderlich, dass Sie weiche Kontaktlinsen eine Woche und harte Kontaktlinsen drei Wochen vorher konsequent nicht tragen. Nach der Voruntersuchung sind Sie wegen der Weitstellung der Pupillen für einige Stunden fahruntauglich.

Die im Rahmen der Voruntersuchung festgestellten Werte dienen zum einen als Grundlage für die spätere Korrektur, zum anderen zur Auswahl des am besten geeigneten Verfahrens. Ihr Operateur wird mit Ihnen unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Wünsche und Erwartungen besprechen, welche speziellen Möglichkeiten der Behandlung zur Verfügung stehen und für Sie infrage kommen.

Die Operation 

Sollten Sie sich mit Ihrem Arzt für eine Augenlaseroperation wie die LASIK, Femto-LASIK oder PRK / LASEK entscheiden, werden beide Augen an einem Tag unmittelbar nacheinander unter Verwendung zweier steriler OP-Sets operiert. Falls eine Linsenoperation geplant ist, werden beiden Augen im Abstand weniger Tage operiert.

Zum Operationstermin sollten Sie eine Begleitperson für die Heimfahrt mitbringen, da Sie nach dem Eingriff nicht selbst fahren dürfen. Bitte erscheinen Sie am Tag der OP völlig ungeschminkt.

Alle Operationen werden in der Regel ambulant durchgeführt, aber auch stationäre Aufnahmen sind, wenn medizinisch notwendig, möglich. Lokal betäubende Augentropfen bzw. eine Lokalanästhesie machen die operative Sehkorrektur nahezu schmerzfrei.

Kontrolluntersuchungen und Nachbehandlung

Nach dem Eingriff müssen Sie sich zu mehreren postoperativen Untersuchungen und Verlaufskontrollen in der Klinik oder in Absprache mit dem Operateur bei Ihrem Hausaugenarzt vorstellen. Außerdem müssen in den ersten Wochen Augentropfen zur Wundheilung und Infektionsprophylaxe geträufelt werden. Regelmäßige Kontrollen und die Einhaltung des verordneten Therapieschemas sichern den komplikationslosen Heilungsverlauf.

Bei den heute angewendeten operativen Verfahren zur Korrektur einer Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit mit oder ohne Hornhautverkrümmung (Verfahren der Refraktiven Chirurgie) ist das Risiko ernsthafter Komplikationen als äußerst gering einzuschätzen. Es kann jedoch – wie bei jedem medizinischen Eingriff – nie ganz ausgeschlossen werden.

Bei allen Verfahren kann es zu äußeren oder inneren Augeninfektionen (im Fall einer intraokularen Operation), Hornhautempfindlichkeit, erhöhter Blendungsempfindlichkeit (Halos) und Bildverzerrungen kommen. Ebenso sind Unter- und Überkorrekturen möglich, z.B. wenn der Laser zuviel oder zuwenig Hornhautgewebe abgetragen hat oder die berechnete Linsenstärke die Fehlsichtigkeit nicht vollständig ausgleicht. In der Regel können Fehlkorrekturen durch den erfahrenen Operateur mit einem zweiten Eingriff behoben werden.

In seltensten Fällen kann es zu einer Verschlechterung der Sehschärfe kommen.

Die besten Voraussetzungen für einen positiven Verlauf sind …

  • die Wahl der richtigen Operationsmethode,
  • die Behandlung durch einen erfahrenen Chirurgen,
  • das Einhaltung der postoperativen Untersuchungstermine sowie
  • eine korrekte Nachbehandlung (Augentropfen, Salben) durch den Patienten zu Hause.

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