Korrektur der Alterssichtigkeit

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Die Standardbehandlung der Presbyopie oder Alterssichtigkeit besteht für Normalsichtige und Weitsichtige im Tragen einer Lesebrille. Kurzsichtige können teilweise zum Lesen ihre Brille einfach absetzen.

Nachdem die Kurz- und Weitsichtigkeit mit oder ohne Hornhautverkrümmung bereits seit vielen Jahren operativ korrigiert werden kann, sehen Augenärzte in der chirurgischen Korrektur der Alterssichtigkeit eine neue Herausforderung. Diese besteht darin, die Brechkraft des Auges beim Blick in die Nähe zu ändern ohne das scharfe Sehen in der Ferne zu beeinträchtigen.

Es gibt derzeit verschiedene Ansatzpunkte, die wir Ihnen hier vorstellen. Jede dieser Optionen hat für den Patienten Vorteile, aber auch offensichtliche Nachteile. Von einer allgemeingültigen Behandlungsmöglichkeit der Altersweitsichtigkeit mit Hilfe der refraktiven Chirurgie kann daher noch nicht die Rede sein.

In Anlehnung an multifokale Brillengläser gibt es auch multifokale Intraokularlinsen, die anstelle der körpereigenen Linse in das Auge implantiert werden können. Multifokallinsen dienen dem gleichzeitigen Ausgleich der Alterssichtigkeit und der Kurzsichtigkeit bzw. Weitsichtigkeit. Sie bestehen aus mehreren Ringen mit unterschiedlicher Brechkraft, die ein Nah- und ein Fernbild auf die Netzhaut projizieren. Durch die Verteilung des einfallenden Lichtes auf mehrere Brennpunkte ermöglicht die multifokale Linse ein scharfes Sehen in allen Entfernungen.

Der Austausch der körpereigenen Linse gegen eine Multifokallinse (der sogenannte Linsenaustausch) erfolgt in der Regel nur dann, wenn die körpereigene Linse durch einen Grauen Star getrübt ist (oder eine beginnende Trübung festgestellt wurde) und die Linse ohnehin entfernt werden muss. Bei dem Eingriff kommen erprobte Techniken zum Einsatz, die seit Jahrzehnten bei der Behandlung des Grauen Stars angewendet werden.

Die Stärke der Kunstlinse wird im Rahmen der Voruntersuchung basierend auf präzisen Ultraschallmessungen und dem bestehenden Sehfehler genau berechnet.

Die Operation wird ambulant unter örtlicher Betäubung und sterilen Bedingungen durchgeführt. Der Eingriff dauert ca. 20 Minuten und besteht aus zwei Schritten: Im ersten Schritt wird die körpereigene Linse entfernt. Durch einen kleinen nur circa 2,8 mm großen peripheren Einschnitt wird die vordere Hülle (vordere Kapsel) der Linse kreisförmig geöffnet. Durch diesen Schnitt wird die Linse  zerkleinert und abgesaugt. In einem zweiten Schritt wird die Kunstlinse in die nun leere Linsenkapsel eingesetzt.

Werden beide Augen operiert, wird die zweite Operation wird in der Regel im Abstand von 1-2 Wochen durchgeführt.

Den Linsenaustausch mit Implantation von Multifokallinsen bezeichnet man auch als „presbyopic lens exchange“ oder kurz PRELEX.

Multifokale Kunstlinsen führen zu einer gewissen Herabsetzung des Bildkontrastes. Daher werden in der Dämmerung häufig Lichthöfe um Lichtquellen beschrieben. Andererseits lernt unser Gehirn, mit diesen Veränderungen umzugehen, so dass sie meist nicht als störend wahrgenommen werden.

Darüber hinaus sind Multifokallinsen so aufgebaut, dass das Sehen in der Ferne besser ist als das Sehen in der Nähe. Hierdurch soll erreicht werden, dass Sie z.B.beim Autofahren keine Probleme haben. In vielen Fällen kann nach einer gewissen Lernphase ganz ohne Brille gelesen werden. Manche Patienten bevorzugen zum längeren Lesen eine Lesebrille, da das Lesen sonst zu anstrengend ist.

Schließlich handelt es sich um eine Operation im Inneren des Auges, so dass in extremen Ausnahmefällen auch schwerwiegende Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden können.

Ist die natürliche Augenlinse bereits gegen eine Kunstlinse ausgetauscht worden, z.B. durch einen refraktiven Linsenaustausch oder eine Operation des Grauen Stars, das Operationsergebnis jedoch nicht optimal, so kann der Restsehfehler durch eine Add-on Linse korrigiert werden. Wie lange die erste Operation zurückliegt, ist für die Implantation der Add-on Linse nicht relevant.

Die hauchdünne Add-on Linse wird als zweite Kunstlinse ins Auge eingesetzt und unmittelbar vor der bereits im Auge befindlichen Kunstlinse platziert. Add-on Linsen können sowohl das Sehen in der Ferne als auch in der Nähe optimieren (hier: multifokale Add-on) und sind daher auch für Patienten interessant, die sich nachträglich eine Korrektur der Alterssichtigkeit wünschen.

* Wird dagegen eine Kunstlinse zusätzlich zur körpereigenen Linse implantiert, spricht man von einer „phaken Linse“.

Unter der Monovision-LASIK versteht man ein besonderes LASIK-Verfahren, bei dem in einem Auge die Weitsicht und im anderen Auge die Nahsicht korrigiert wird. Das Gehirn muss sich in diesem Fall jeweils an das Objekt anpassen, welches der Betrachter gerade fixiert.

Die Operation wird unter örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt und entspricht dem herkömmlichen LASIK- oder Femto-LASIK-Verfahren: Im ersten Schritt der Operation wird mit dem Femtosekundenlaser (oder alternativ mit dem Mikrokeratom) ein Hornhautdeckel (Flap) präpariert und aufgeklappt. Anschließend wird die Hornhaut mit dem Excimer Laser modelliert und damit die Brechkraft der Hornhaut optimiert. Zum Schluß wird der Flap zurückgeklappt.

Im Unterschied zur herkömmlichen Operation werden bei der Monovision-LASIK beide Augen unterschiedlich korrigiert: Am dominanten Auge wird die Fehlsichtigkeit vollständig korrigiert, am nicht dominanten Auge dagegen nur zum Teil. In anderen Worten: Bei bestehender Kurzsichtigkeit wird das nicht dominante Auge ca. -1,25 dpt kurzsichtig gelassen, bei einer Weitsichtigkeit ca. -1,25 dpt kurzsichtig gelasert. Nach der Operation nutzt der Patient das vollständig korrigierte Auge für das Sehen in der Ferne und das teilweise korrigierte Auge für das Sehen in der Nähe.

Die Monovision stellt eine besondere Herausforderung an das Gehirn dar: Es muss erst lernen, sich auf die Differenz in der Wahrnehmung der beiden Augen einzustellen. Patienten, die eine Monovision-LASIK in Erwägung ziehen, wird dringend geraten, die Monovision vor der Operation mit Kontaktlinsen simulieren zu lassen. Mit dieser Simulation kann eingeschätzt werden, wie gut die Monovision toleriert wird. Sollte trotz Kontaktlinsenversuch die Monovision nicht vertragen werden, kann das unterkorrigierte Auge jederzeit auf die Ferne korrigiert werden.

Die Monovision LASIK ist in der Lage, für einige Patienten ab dem 40. Lebensjahr den Bedarf für eine Lesebrille zu verringern. Eine Brille ist jedoch z.B. beim Autofahren bei Nacht oder zum längeren Lesen häufig noch erforderlich.

Die sogenannte Presbylasik ist eine Variation des LASIK-Verfahrens bei dem mehrere Brennpunkte im Auge erzeugt werden, so dass das Sehen in unterschiedlichen Distanzen wieder möglich wird.

Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt und verläuft wie jede LASIK / Femto-LASIK-Operation:

Zunächst wird mit dem Mikrokeratom oder Femtosekundenlaser eine hauchdünne Hornhautlamelle präpariert und aufgeklappt. Anschließend modelliert der Excimer-Laser die tiefer liegenden Hornhautschichten. Im Gegensatz zur herkömmlichen LASIK werden bei der Presbylasik jedoch – ähnlich dem Prinzip multifokaler Kunstlinsen – mehrere Brennpunkte im Auge erzeugt. Nach erfolgter Korrektur wird der Flap wieder in seine ursprüngliche Lage zurückgeklappt.

Anders als bei den sogenannten Monovisions-Verfahren (wie z.B. Monovision LASIK), bei denen nur eines, nämlich das nicht-dominante Auge operiert wird, erfolgt die Presbylasik-Behandlung an beiden Augen.

Akkommodierende Intraokularlinsen

Diese hochspezialisierten Linsen versuchen, die natürliche Akkommodation der Augenlinse nachzuahmen ohne jedoch mit der menschlichen Linse vergleichbar zu sein. Die Verformung der natürlichen Augenlinse wird über die Kontraktion bzw. Erschlaffung winziger Muskeln im Auge erreicht. Während die Augenlinse im Alter erstarrt und ihre Form nicht mehr ändern kann, ist dieser Muskelapparat noch funktionstüchtig. Akkomodative Linsen verändern je nach Anspannungszustand der Muskeln minimal ihre Lage im Auge und damit ihre Brechkraft. Mit akkomodativen Linsen kann keine Lesefähigkeit ohne Lesebrille erreichbar ist. Möglich ist lediglich ein brillenfreies Sehen im mittleren Abstand, z.B. am Computer oder Navigationssystem im Auto.


Phake Linsen

Sogenannte phake bifokale Linsen, die sich zusätzlich zur gesunden, körpereigenen Linse implantieren lassen, befinden sich noch in der Erprobungsphase.

INTRACOR

Beim INTRACOR Verfahren kommt ausschließlich ein Femtosekundenlaser zum Einsatz. INTRACOR bedeutet „innerhalb der Hornhaut“: Die Laserbehandlung vollzieht sich völlig berührungsfrei ohne Eröffnung von Hornhaut oder Augapfel, es entsteht keine offene Wunde und somit auch kein Infektionsrisiko.

Nachdem das Verfahren aufgrund dieser besonderen Eigenschaften zunächst sehr vielversprechend war, hat es sich aufgrund häufig auftretender Nebenwirkungen nicht durchgesetzt.

Weitere Informationen:
Neue INTRACOR Laserbehandlung macht Lesebrille überflüssig 


Konduktive Keratoplastie

Bei der Konduktiven Keratoplastie wird das zentrale Hornhautgewebe mittels elektromagnetischer Wellen behandelt. Dazu werden mit einer feinen Sonde 8 bis 16 ca. 0,3 mm durchmessende Hitzeherde appliziert. Durch die Erhitzung zieht sich die Hornhaut im Bereich dieser Herde zusammen, was wiederrum zu einer Aufsteilung des Hornhautzentrums führt. Auf diese Weise kann eine Weitsichtigkeit bzw. Alterssichtigkeit vorübergehend korrigiert werden.

Da die Konduktive Keratoplastie nur einen vorübergehenden Effekt hat, wird sie heute praktisch nicht mehr angewendet.

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