Studie belegt hohe Patientenzufriedenheit mit Multifokallinsen Neueste Entwicklung: die torische Multifokallinse bei zusätzlicher Hornhautverkrümmung

Vier Brillen, plus 5 Dioptrien und Alterssichtig, da hilft auch keine LASIK mehr, das weltweit am häufigsten angewendete Verfahren der operativen Sehfehlerkorrektur. Wo der Laserbehandlung Grenzen gesetzt sind, können jedoch im plantierbare Kunstlinsen bei hoher bis extremer Kurz- und Weitsichtigkeit wieder zu normaler Sehkraft verhelfen.

Herkömmliche Linsen besaßen allerdings nicht die Möglichkeit, auch auf die Nähe scharf zu stellen, so dass bisher nach dem Linsenaustausch eine Lesebrille benötigt wurde. Mittlerweile gibt es jedoch implantierbare Mehrstärkenlinsen – sogenannte Multifokal-Linsen – die über eine spezielle Optik mit zwei Brennpunkten verfügen und so scharfes Sehen sowohl für die Ferne als auch die Nähe ermöglichen und eine Lesebrille meist überflüssig machen. Die Ergebnisse dieser multifokalen Intraokularlinsen sind sehr Erfolg versprechend, wie eine Studie des VSDAR (Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie e.V.) Mitgliedes Dr. Joern Joergensen aus Hamburg belegt. „Es wurden 450 Patienten nach 6-monatiger Follow-Up-Zeit untersucht und befragt“, führt Dr. Jørgensen, Leiter der Studie aus. „Obwohl Multifokallinsen aufgrund ihrer speziellen Optik gewissermaßen eine Kompromisslösung sind – wer längere Zeit am PC sitzt braucht auch hier eine Brille – haben wir eine Gesamtzufriedenheit von über 95%. Insgesamt benötigen 98%, außer am PC, überhaupt keine Brille mehr“, so der Hamburger Augenchirurg.

Torische Multifokallinsen

Neueste Entwicklung auf diesem Gebiet sind torische Multifokallinsen. Der Frankfurter Augenchirurg Dr. Kaweh Schayan-Araghi, Präsident des VSDAR und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA), implantierte die weltweit 50. Linse dieser Art einer Patientin, die zu ihrer starken Kurzsichtigkeit auch unter Hornhautverkrümmung litt. „Diese Linsen werden für jeden Patienten individuell gefertigt und können neben Kurz- und Weitsichtigkeit auch noch einen bestehenden Astigmatismus korrigieren.“ Die OP wird am lokal betäubten Auge vorgenommen und dauert nur etwa 20 Minuten. „Aufgrund ihrer elastischen Beschaffenheit kann die Linse gefaltet und über einen winzigen Schnitt am Hornhautrand eingesetzt werden. Im Auge entfaltet diese sich dann selbsttätig. Der Schnitt heilt anschließend von allein. Patienten können in der Regel die Klinik bereits nach drei Stunden wieder verlassen.

„Welche Linse bzw. welche Operationsmethode, d.h. ob laser- oder linsenchirurgisch, für den einzelnen Patienten infrage kommt, kann letztlich nur ein ausführliches Gespräch mit dem operierenden Arzt klären. „Wichtig ist jedoch immer“, so Schayan, „dass die behandelnde Klinik auch das gesamte Spektrum der Refraktiven Chirurgie abdeckt, d.h. nicht nur LASIK-Verfahren anbietet. Nur so kann sich der Patient sicher sein, dass ihm auch eine optimale bzw. die für ihn medizinisch sinnvollste Lösung angeboten wird“.

Der gemeinnützige VSDAR wurde gegründet, um größtmögliche Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit sowohl in der Aufklärung als auch bei der Behandlung zu erreichen. Für Interessierte, die sich über Augenlaserkorrekturen informieren möchten, hält der Verband unter der Rufnummer 08193/938782 einen kostenlosen Broschürenservice bereit. Hilfreiche Informationen stehen auch im Internet unter www.vsdar.de zur Verfügung.